Überwachung und Monitoring von RLT-Anlagen

Überwachung von Klimatisierungsprozessen

In unserem Artikel über die Adconair haben wir kurz über ein hybrides Klimasystem mit Adiabatik und Taupunktkühlung (AdiabaticzeroGWP) gesprochen. Nun kann sich der ein oder andere Leser fragen, wie solche Systeme in der Praxis funktionieren und ob der versprochene Effekt wirklich realisierbar ist.

Da wir an dieser Stelle über moderne Technik sprechen, ist wohl nichts aussagekräftiger als Zahlen.

Überwachung von RLT-Anlagen mit Vicomo

Diese liefert uns Vicomo – eine virtuelle Control- und Monitoring-Anwendung. Sie erfasst alle wichtigen Parameter der RLT-Anlagen in Echtzeit und übergibt diese an eine Onlinedatenbank, in der die Daten gespeichert werden und dann für alle denkbaren Auswertungen zur Verfügung stehen.

Folgende Daten werden dabei erfasst:

  •  Filterdruck
  •  Volumenstrom
  •  Temperatur
  •  Feuchte (sofern vorhanden)
  •  Betriebszustand/Klappenstellung
  •  Anforderung PKW/PWW
  •  Kältekomponenten (sofern vorhanden)
  •  Betriebsstundenzähler für Pumpen, Ventilatoren, Kompressoren und/oder Adiabatik

Die genannten Parameter können natürlich projekt- bzw. anlagenbezogen erweitert werden.

Die hier gezeigte Adconair AdiabaticzeroGWP  wird zur Kühlung der Außenluft im Sommer und als Nacherhitzer für die Wintermonate angewendet.

Zur Kühlung des Gebäudes wird die relativ geringe Außenlufttemperatur in der Nacht genutzt. Dabei laufen die Ventilatoren auf niedriger Stufe und liefern die Außenluft ins Gebäude.

Der Prozess der permanenten Erhitzung des Gebäudes durch Wärmespeicherung in der Nacht und Wärmezufuhr im Laufe des Tages (hauptsächlich verursacht durch Sonneneinstrahlung) wird dadurch unterbrochen. In unserem Beispiel betrachten wir den wärmsten Tag im Juni 2018. Auf dieser Grafik erkennt man die Auswirkung der unterschiedlichen Adiabatik-Modi.

Grafik: Menerga GmbH

Hier sieht man deutlich, dass sich die Anlage zuerst im Standby-Modus befindet (im grauen Bereich). Die Ventilatoren sind in dieser Phase nicht aktiv. Die in dem Gerät installierten Sensoren registrieren deswegen einen Temperaturanstieg, auch wenn die Außentemperatur abfällt. Die Situation ändert sich in der Nacht, sobald die Kühlfunktion aktiviert wird.

Interessant ist diese Grafik in erster Linie durch die explizite Abbildung der einzelnen Stufen, durch die deutlich erkennbar wird, dass bei Anbruch des Tages die Wärmerückgewinnung ohne Zuschaltung der anderen Systeme ausreicht. Dann schalten sich zuerst die Adiabatik und bei einem weiteren Temperaturanstieg bedarfsgerecht die Taupunktkühlung dazu. Unmittelbar nachdem die Adiabatik ins Spiel kommt, fällt die Zulufttemperatur (oberster Bereich).

Da, wo die adiabate Abluftbefeuchtung an ihre Grenzen kommt, ermöglicht die Taupunktkühlung der Zuluft, Temperaturen unterhalb der Abluftfeuchtkugeltemperatur zu erzielen.

Anlagewirtschaftlichkeit

Um die Anlagenwirtschaftlichkeit richtig zu beurteilen, braucht man sicherlich mehr als die Analyse eines kurzen Zeitraums wie in unserem Beispiel. Hier ist eine ganzheitliche Betrachtung der Betriebszustände vonnöten. Die LCC-Berechnung auf Basis der gesammelten Daten eines Jahres bringt uns folgende Erkenntnisse:

Bei einem Luftvolumenstrom von 10.000 m³/h liegt die geforderte Zulufttemperatur im Kühlbetrieb bei 18 °C. Die Ablufttemperatur wurde auf 26 °C festgelegt. Die aktive Kühlung beginnt ab einer Außenlufttemperatur von 20 °C und ist damit an 961 Stunden im Jahr in Betrieb. In der verbleibenden Zeit wird entweder die freie Kühlung genutzt oder die Anlage befindet sich im Heizbetrieb mit Wärmerückgewinnung.

Über Stefanie Kokott 4 Artikel
Seit Mitte 2016 leitet Stefanie Kokott das Marketing und die Kommunikation bei der Menerga GmbH. Erfahrungen in der Lüftungs- und Klimatechnik hat sie auch bereits bei ihren vorherigen Arbeitsgebern gesammelt und diese Erfahrungen teilt sie mit den Lesern der Rubrik gerne.

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