Essen Motorshow 2017. Elektromobilität

Motorshow, Elektromobilität
Herr Allebrod ist geschäftsführender Gesellschafter der Firma E-share.one. Heute auf der Essen Motorshow, an der E-share.one bereits zum fünften Mal teilnimmt, werden nicht nur Elektrofahrzeuge und Ladesäulen präsentiert, sondern es wird zudem das Thema Smart-City vorgestellt. In diesem Jahr ist die E-share.one mit mehreren Elektrofahrzeugen vor Ort.

Denken Sie, Sie sind hier auf der Motor-Show richtig mit ihrem Angebot? Im Hintergrund hören wir die Motoren aufheulen und sie bieten hier leise Elektrofahrzeuge an.

Die Faszination „Auto“ umfasst ja nicht nur einen lauten Motor. Vor allem Power soll drinstecken und die haben die Elektroautos im Überfluss. Mit jedem Elektroauto lässt man an der Ampel locker einen Porsche stehen. Das macht man allerdings nur die erste Zeit. Dann wird man Gönner und sagt sich: ‚Ich könnte, wenn ich wollte, aber mir ist die Reichweite viel wichtiger‘. Dazu kommt das tolle Gefühl etwas Besonderes zu haben. Gerade deshalb passen wir mit unserem Angebot auch gut zur Essen-Motorshow. Außerdem haben wir auch schon die ersten getunten Fahrzeuge. Daran sieht man, dass auch mehr Leistung mit einem Elektroauto vereint sein kann.

Was jetzt noch fehlt, wäre eine Rennshow mit Elektroautos, wie sie in der Nebenhalle mit den Benzinern stattfindet.

Das ist uns auch von der Messe durchaus angeboten worden, von der wir auch tatkräftig unterstützt werden. Aber dadurch, dass man nichts hört, fehlt dem Zuschauer dann doch so ein 12-Zylinder. Es gibt bereits Rundrennen, die mit Elektrofahrzeugen gefahren werden und auch da gibt es Fans für. Aber das ist jetzt nicht unsere Aufgabe. Uns ist daran gelegen die Elektro-Mobilität zu zeigen, die Kunden zu informieren wo sie steht, wo sie mal war und wo es hingehen wird.

Wir reden schon lange Jahre über E-Mobilität. Wann, denken Sie, erreichen wir den Break-even-Point, wo es wirklich anfängt zu funktionieren?

Aus den Vorbereitungen sind wir nun raus. Wir beschäftigen uns heute tatsächlich mit dem Markt, mit der Durchsetzung und Durchdringung. Das ist ein wichtiger Part. Hier spielen unterschiedliche Rollen, unterschiedliche Umsetzungspartner mit rein. Die Frage ist, wo die Reise hingeht. Brauchen wir überhaupt noch Autohändler oder wird das alles bald online gemacht? Ist vielleicht der Energieversorger der Autohändler der Zukunft? Das sind alles ganz normale Prozesse, die sich immer wieder verbessern, d.h. wir befinden uns tatsächlich gerade in einer Epoche der Veränderungen. Dementsprechend ist die Frage berechtigt, ob wir überhaupt noch Autovermietungen brauchen. Wenn der Autovermieter ein Auto abgibt, will er damit Geld verdienen. Der Energieversorger will aber nicht mehr mit dem Auto Geld verdienen, sondern er möchte seine Energie verkaufen, und die soll regenerativ sein.

Vieles scheint also überflüssig zu werden, da gebe ich Ihnen vollkommen Recht. Es stellt sich doch die Frage: Was machen wir dann mit all den Arbeitslosen, die dadurch geschaffen werden?

Die Bedenken hat man, wenn man die Geschichte verfolgt, tatsächlich immer gehabt. Auch Kaiser Wilhelm hat gesagt: „Das Auto ist eine Randgeschichte, ich setze auf das Pferd“. Heute muss man einfach kreativ sein. Es geht nicht nur darum, welche Dienstleistungen entfallen, sondern welche neu entstehen.
Und wenn die deutschen Hersteller an dem Thema Verbrenner festhalten wollen, werden die Chinesen den Markt übernehmen. Es gilt nun auch die Entwicklungen in Bezug auf das „Autonome Fahren“ zu akzeptieren. Wenn man an teil-autonomes Fahren denkt, dann braucht man auch gar nicht verängstigt sein, sondern stattdessen froh darüber nicht mehr auf den Verkehr achten zu müssen. Wir können es dem Auto überlassen und uns einfach zurücklehnen.
Das sind doch Vorteile. Man muss nicht immer auf die Nachteile und Probleme gucken, sondern auf die Lösungen und, was das Leben einfach spannender macht. Seit 3 Jahren fahre ich selber nur noch elektrisch – quer durch Deutschland. Ich habe fast keine Kraftstoffkosten mehr. An vielen Autoladeraststätten ist die Ladung kostenfrei.  Mittlerweile stellen Dienstleister wie Aldi, Lidl, Ikea Ladesäulen zur freien Verfügung. Ich mache meinen Einkauf und wenn ich wiederkomme hat mein Auto wieder 150 Kilometer in der Batterie. Warum soll ich bei einer Tankstelle Geld ausgeben und dann noch die Umwelt verpesten? Mir macht es mehr Spaß das anders zu machen.

Eine breite Masse von Menschen hat kein eigenes Haus und somit auch keine Möglichkeit eine Ladesäule für die Ladung über Nacht zu installieren. Auch wenn man bei Aldi oder Lidl tanken kann, reicht das nicht aus. Da würde es vielleicht helfen, wenn Wohngesellschaften sich um Ladestationen für Mieter kümmern.

Diese Konzepte existieren bereits und die Zeiten sie umzusetzen werden kommen. Die Wohngesellschaften haben ein großes Interesse, die Mieter langfristig zu binden. Die Städte geben sogar den Mietgesellschaften Anreize – sie müssen weniger Parkplätze bauen. Immerhin kostet ein Parkplatz in der Tiefgarage 15-20.000 Euro. Mit diesem Ersparnis pro Parkplatz können Sie ganz leicht ein Elektroauto für die nächsten 5 Jahre finanzieren. Es entwickelt sich alles schrittweise. Vor drei Jahren haben wir uns nicht getraut mit einem Elektroauto quer durch Deutschland zu fahren, heute ist das ganz normal.

Zu allen erwähnten Problemen kommt noch der hohe Beschaffungspreis für E-Autos.

Das stimmt. Doch wenn der Energieversorger dort richtig einsteigt, muss er nicht mit dem Auto Geld verdienen. Ähnlich einem Mobilfunkanbieter, kann er bei Kunden mit einem Vertrag punkten, bei dem der Strom für das Auto für 2 oder 3 Jahre kostenfrei ist. Der Wagen selbst kann dann günstiger angeboten oder ein Teil des Vertrags werden. Dann möchte ich den sehen, der noch zum Autohaus geht und alle Kosten trägt.

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