Automatisieren mit kleinem Budget

Lowbudget-Automatisierung

Automatisierung ist keine Spaßaktion, sondern eine Notwendigkeit.

Eine Notwendigkeit schneller und produktiver zu werden, die Anforderungen der Gesetzgeber zu erfüllen, die Kosten zu senken. Aber zuerst verursacht die Automatisierung selbst erhebliche Kosten. Für große Unternehmen eine leicht lösbare Aufgabe mit vielversprechenden Ergebnissen. Für die kleinen  – eine echte Herausforderung. Doch oft gibt es keine andere Wahl, als den Weg der Automatisierung zu beschreiten.

Gibt es vielleicht eine Zwischenlösung? Ich persönlich bin noch nicht bereit eine eindeutige Antwort auf diese Frage zu geben.

Sicherlich gibt es auf dem Markt Lowbudget – Robotik für unterschiedliche Automatisierungsaufgaben. Und bestimmt gibt es Bereiche, in denen diese erfolgreich angewendet werden können.

Jedoch sprechen wir hier von einer anderen Perspektive. Hier geht es nicht um eine Zwischenlösung, sondern um die Lösung einer anderen Problematik. Um hier konkreter zu werden, wenden wir uns mit unseren Fragen an die Spezialisten der igus® GmbH.

Schon seit einiger Zeit bietet das Unternehmen einen Robotik-Baukasten „Robolink“ als eine kostengünstige Automatisierungsmöglichkeit. Auf der Messe Motek 2018 stellen wir unsere Fragen an den Vertriebsleiter für die Lineartechnik Martin Kochmann.

Kucherskyy:  Herr Kochmann, mit dem Robolink bieten Sie dem Anwender günstige Automatisierungslösungen. Wie soll ich mir das Preis-Leistungs-Verhältnis dieser Anwendungen vorstellen?

Kochmann: Der igus® robolink DCi ist für knapp 5.000€ erhältlich. Dieser Roboter verfügt über 4 DOF und  Steuerung. Bei der Steuerung wurde ein hoher Wert auf die intuitive Ansteuerung gelegt. Ziel ist es immer einen schnellen Return on Investment zu ermöglichen, dass heißt durch ein geringes Investition Risiko von unter 5000 EUR, die schnelle Umsetzung von Automatisierungen zu ermöglichen.

Kucherskyy: Welche Schnittstellen haben diese Applikationen? Wie werden sie programmiert?

Kochmann: Die einzelnen Motorsteuerungen können von einem Laptop, Smartphone oder Computer angesteuert werden. Der Roboter wird von der Windows-Software CPRog gesteuert. Diese Software basiert auf einer 3D-Oberfläche für die Simulation des Arms. Alternativ kann eine integrierte Steuerung verwendet werden, ein embedded Linux System im Hutschienen-Format.

Unser Entwicklungsziel ist dabei immer,  einfache Motorsteuerungen für Schrittmotoren aber auch Gleichstrommotoren zu entwickeln, damit der Kunde über eine einfache Oberfläche, bei unserer Motorsteuerung webbasiert, schnell zum Ziel kommt.

Kucherskyy: Bleiben wir bei dem Roboterarm aus Ihrem Programm. Welche Leistungsstärke und Präzision wird für das Geld (ca. 5000 €) geliefert?

Kochmann: Man könnte sich in diesem Fall einen Arm als Komplettmodul mit 5 Freiheitsgraden und einer Traglast von 0,5 Kilogramm vorstellen. Die Genauigkeit in Bewegungen beträgt ca. einen Millimeter.

Für dieses Budget bekommt der Kunde die Mechanik mit den Motoren und der Steuerung. Selbstverständlich ist die Beratung unserer Spezialisten in dem Preis mit inbegriffen. Um dem Anwender die Integration unserer Technik zu erleichtern, können wir bei Bedarf unsere Empfehlungen über die übergeordnete Steuerung aussprechen. Die eigentliche Systemintegration führen wir aber nicht durch – wir sind kein Systemintegrator. Die komplette Variante des Robolink DCI kann hervorragend für die Simulation von Produktionsprozessen verwendet werden.

Kucherskyy: Kann ich mit dieser Technik mein Automatisierungsgrad stufenweise erhöhen, um eines Tages alle meine Applikationen in einen Industrie 4.0 konformen Prozess zu integrieren?

Kochmann: Ja, das ist selbstverständlich unser Ziel.

Das Thema Industrie 4.0 wird in unserem Hause sehr ernst genommen. So entwickeln wir zum Beispiel unter dem Bereich Smart-Plastics Konzepte für präventive Wartung von Verschleißteilen. Da geht es darum, Auswertelektronik in Verschleißteile zu integrieren. Bei Low-Cost – Anwendungen haben wir häufig nicht die Anforderungen, da wir den Verschleiß vorab berechnen können.

Kucherskyy: Für wen ist also der Robolink gedacht? Kann man hier an die Integration in einen bestehenden Produktionsprozess denken?

Kochmann: Es spricht nichts dagegen, vorausgesetzt die vorhandene Präzision und andere Parameter genügen den Anforderungen des Produktionsprozesses. Der Robolink – Baukasten ist bereits bei vielen Produktionsunternehmen für einfache Handhabungsaufgaben im Einsatz. Bei geringen Lasten und niedrigen Taktzeiten, bis zu 10 Bewegungen pro Minute, ist es sicherlich eine mögliche Lösung.

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